1563 gründete der Jesuit P. Leunis am Römischen Kolleg die erste marianische Sodalität, die sich später zur Haupt- und Mutterkongregation entwickelte. Rasch verbreitete sich diese Form des Apostolats über ganz Europa. Sie verschrieb sich im Zeitalter der Gegenreformation ganz der religiösen Erneuerung. Im deutschen Raum erfolgten die ersten Gründungen 1573 in Wien und bereits 1574 durch P. Jakob Rehm in Dillingen. P. Rehm hatte in Rom studiert, wo er mit der Marianischen Kongregation in Berührung kam. Ursprünglich erfassten die Kongregationen nur die studierende Jugend, später bildeten sich auch Bürgerkongregationen.

Der Dillinger Kongregation schlossen sich im Laufe der Zeit auch Bürger aus Höchstädt an. Nachdem 1773 wenden sich 157 Höchstädtr Sodalen der Dillinger Kongregation an ihren Stadtpfarrer Johann Georg Gerstmayr mit dem Vorschlag und der Bitte, auch in Höchstädt eine Kongregation ähnlich der in Dillingen einzurichten. Anstoß dazu war sicher die zwei Jahree zuvor erfolgte Gründung einer Kongregation in Gersthofen. Um sich zu informieren, werden zwei Bürger dorthin entsandt. Bereits im August 1779 gehen Bittschriften an den Bischof von Augsburg, Kurfürst Klemens Wenzeslaus, gleichzeitig auch Erzbischof von Trier, und an seinen Statthalter, den Freiherrn Johann Nepomuk von Ungelter, einen gebürtigen Höchstädter, „zur Vermehrung der Ehre Gottes und Erhaltung ihrer Seelenheil eine Versammlung oder Congregation unter dem Titel der unbefleckten Empfängnis Mariae“ in Höchstädt zu gestatten. Nach einem Schriftwechsel mit dem hiesigen Stadtpfarrer erteilt der Bischof am 20. November 1779 die erbetene Erlaubnis.

Nachdem eine Satzung erarbeitet ist und aus Rom die Nachricht über gewährte Ablässe vorliegt, wir am Mittwoch, dem 02. Februar 1780, im Pfarrhof das erste Consilium der neuen Kongregation gewählt. Erster Präfekt ist der damalige Bürgermeister der Stadt. Am darauf folgenden Sonntag findet der erste reguläre Konvent statt. Mit der am 10. Januar 1781 erteilten Genehmigung durch die kurfürstliche Landesregierung in Neuburg ist der Gründungsprozess der Marianischen Kongregation zu Höchstädt abgeschlossen.

Ziele der Kongregation

Name und andere Bezeichnungen übernahmen die Kongregationen von der Mutterkongregation „Prima Primaria“ (die Allererste) in Rom. Kongregation bedeutet Zusammenschluss, Bündnis, Versammlung. Die Mitglieder heißen Sodalen vom Lateinischen Genosse, Freund, Verbündeter.

Ziel der Kongregation ist es, eine Gemeinschaft gleichgesinnter Männer zu sein, die ihre Verantwortung in der Kirche, in der Welt und gegenüber den Mitmenschen zu erkennen und zu erfüllen suchen. Ihre Mitglieder wollen sich dem Anspruch Gottes stellen im täglichen Leben, in der eigenen Umwelt. Sie wollen verfügbar sein für den Anspruch Gottes in Familie und Beruf, in Kirche und öffentlichen Leben. Kirchliche Gesinnung und Treue drängen sie zu persönlichem Einsatz in der Arbeit am Reich Gottes.

Die geistliche Ausrichtung (Spiritualität) geht auf die geistlichen Übungen des Hl. Ignatius von Loyola zurück. Darin wird das „Mehr“ und das „Besser“ in der Nachfolge Christi betont und gefordert. Damit ist gemeint, dass der Sodale mehr für Gott tun soll als jeder andere, dass er sich nicht mit dem Durchschnittlichen und Gebotenen begnügen soll.

Maria ist Urbild der Verbindung mit Christus. Wie Maria sagen die Sodalen ja zu Gott und zu seinem Willen. Sie verehren die Gottesmutter in besonderer Weise und vertrauen sich ihrer Fürsprache an, um ihrer eigenen Berufung gerecht zu werden.

(aus der Festschrift zum 225-jährigen Jubiläum im Jahr 2005)

 

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