21Jan2019

Von der originalen, gotischen Inneneinrichtung sind heute nur noch wenige Einrichtungsgegenstände erhalten. Neben dem Taufbecken am linken Rand zum Altarraum gehört das ursprüngliche Sakramentshäuschen links neben dem Hochaltar zur Ursprungseinrichtung.

Im Rahmen einer umfangreichen Kirchenrenovierung von 1680 - 1760 wurden alle Einrichtungsgegenstände neu angeschafft und im zeitgenössischen Barock ausgeführt. Am Sichtbarsten ist hierbei der Hochaltar aus dem Jahr 1695, welcher die Chorhöhe des Altarraums beinahe vollständig ausfüllt. Die Kosten betrugen 3.129 Florin (~ 220.000 EUR ! unbestätigt !). Die Farbgebung Schwarz-Gold wirkt dabei besonders feierlich und ansprechend. Zentrum des Hochaltars ist ein 3 Meter hohes Bildnis von Mariä Himmelfahrt, flankiert durch die Nebenpartrone Petrus und Paulus. Über dem Himmelfahrtsbild ist das kurfürstliche Wappen des Pfalzgrafen Johann Wilhelm angebracht, welcher etwa 1/3 der Baukosten des Altars als damaliger Landesherr übernahm.

Geschmückt ist der Altar zudem mit zahlreichen barocken Engeln, Blumen, Zeptern, Kronen und Fruchtkörben, welche den Reichtum des göttlichen Schatzes an die Menschen darstellen soll. 

Ein weiterer zentraler Bestandteil des Hochaltars ist der von J. M. Fischer in den Jahren 1759/1760 geschaffene Rokokotabernakel unterhalb des Himmelfahrtsbildes, welcher mit seinen Attributen Ähre, Traube, Hostie und Kelch das Altargeheimnis symbolisiert.

Ergänzt wird die Altarausstattung durch acht Rokoko-Reliquiare, welche in der höchsten Festzeit - dem Osterfest - unterhalb des Himmelfahrtsbild aufgestellt werden.

09Jan2019

Wie zahlreiche Kirchen ihrer Zeit wurde auch die Stadtpfarrkirche ausschließlich mit vom Volk abgewandten Haupt- und Nebenaltären errichtet und genutzt. Dies entsprach dem seinerzeit gängigen - aus dem alten Testament entnommenen -  "Opfercharakter" einer Eucharistiefeier, bei welcher ein Priester stellvertretend für das Volk dem Herrn ein Opfer darbrachte.

Durch die während des Zweiten Vatikanischen Konzils entwickelte Instruktion "Inter Oecumenici" aus dem September 1964 wurde im 20. Jahrhundert dann bestimmt, dass künftige Hauptaltäre dem Volke zugewandt sein sollen, um mehr die Abendmahlgemeinschaft sowie die Zentrierung auf Christus als Mittelpunkt der Eucharistiefeier zu fördern. In der Folge wurden - wohl nicht ganz so vom Konzil gewollt - jedoch beinahe jede bereits bestehende Kirche mit einem zusätzlichen Volksaltar versehen.

Diese Volksaltarwelle erreichte 1991 auch Höchstädt, wo im September / Oktober dieses Jahres der Bereich der sogenannten "Kinderbänke" entfernt wurde. Anstelle der Bänke errichtete man einen steinernen Volksaltar mit Ambo und zusätzlicher Erhöhung. Auch die Elektrik des Altarraums wurde auf einen neuen Stand gebracht. Eine vollumfängliche Wartung der Orgel gehörte ebenfalls zum Restaurationsprogramm.

 

19Dez2018

Nach dem Einbau des Schutzgerüstes in das Hauptschiff der Stadtpfarrkirche mussten die Planungen nun auch für die nachfolgenden Renovierungsabschnitte verändert werden. Um die Standzeit und die Kosten für das Gerüst möglichst gering zu halten, wird die Deckensanierung nun auf das Jahr 2019 vorgezogen.

Hierzu werden im neuen Jahr zunächst die Voruntersuchungen der Gewölbedecke fortgeführt, welche am 22. November die lockeren Kreuzrippenteile erstmals ans Tageslicht brachten und die für den Gerüsteinbau einstweilen eingestellt wurden. Nach Abschluss der Untersuchungen sind die Restaurations- und Instandhaltungsmaßnahmen der Decke möglich.

Wann die Arbeiten beendet werden können und das Gerüst wieder aus dem Kirchenschiff entfernt wird, steht noch nicht fest. Eine erste Aussage hierzu wird erst nach dem Vorliegen der vollständigen Ergebnisse der Voruntersuchungen möglich sein.

Die Festlegung der anderen Renovierungsabschnitte sowie deren Planungen werden ebenfalls im Laufe des Jahres 2019 stattfinden.

14Dez2018

Eine Kirche bleibt nur selten so, wie sie ursprünglich geplant war. Im Laufe der Zeit werden notwendige oder zeitgenössische Veränderungen an ihr vorgenommen. Auch die Stadtpfarrkirche hat über die Jahrhunderte zahlreiche Anpassungen erfahren. Die letzten großen baulichen Veränderungen erfolgtem im Jahre 1904.

In diesem Jahr wurde nicht nur die Sakristei um ein Stockwerk erweitert, sondern auch zwei Rundtürme an das damals 400 Jahre alte Gotteshaus angebaut. Der eine Turm steht unmittelbar am Kirchturm in der nordöstlichen Ecke und sollte einen Zugang zu diesem von außen ermöglichen. Der andere Turm wurde an der südwestlichen Ecke errichtet und dient als Zugang zur Orgelempore. Die einzelnen Bauwerke wurden dabei so authentisch ausgeführt, dass man die einzelnen Anbauten heute als ganz natürlich zur Kirche gehörend wahrnimmt.

Leider bergen spätere Anbauten auch immer das Risiko eines statischen Ungleichgewichts - immerhin waren Sie ursprünglich nicht vorgesehen. Und so kann man auch bei den 1904er Anbauten unserer Stadtpfarrkirche teils deutliche Risse im Mauerwerk, insbesondere an den Verbindungsstellen zum Kirchenschiff, feststellen. Ob und inwiefern diese Risse für das Gebäude gefährlich werden können wird daher derzeit untersucht. Spezielle Messgeräte zeichnen seit einiger Zeit bereits die Risse und ihre Veränderungen im Jahresverlauf auf und werden uns im Herbst 2019 Aufschluss darüber geben, ob an den Türmen oder der Sakristei weitere Maßnahmen getroffen werden müssen.

07Dez2018

Vielleicht haben Sie sich auch schon gefragt, warum den unsere Stadtpfarrkirche so überraschend und schnell geschlossen und eingerüstet werden musste?

Der Stein dieses Anstoßes ist eigentlich kein Stein im herkömmlichen Sinne. Denn im Gewölbe unserer Stadtpfarrkirche ist nichts so wie es scheint. Gut zu sehen sind dort oben die grauen Kreuzrippenbögen, welche sich markant von der ansonsten makellos weißen Gewölbedecke abheben. Die Bögen scheinen das ganze Gewicht des Gewölbes zu tragen und gleichsam einem Spinnennetz auf die umliegenden Pfeiler zu verteilen. Bei genauerer Betrachtung ist das jedoch nicht richtig. Denn die Rippenbögen bestehen zum Einen weder aus Stein, noch halten sie das Gewölbe fest. 

Hauptbestandteil der Kreuzrippenbögen ist Holz,welches an der Gewölbedecke befestigt ist. Darauf wurde lediglich eine feine, graue Deckschicht angebracht, welche aus der Ferne des Kirchenbodens wie aus Stein wirkt. Diese Kombination macht es den Bögen naturgemäß unmöglich, das massive Gewölbe zu halten. Dieses hält sich selbst und leitet - wie bei gotischen Kirchen üblich - sein Gewicht über die Mauern und die daran im weiteren angebrachten Pfeiler zur Seite ab.

Gerade aber weil die Kreuzrippenbögen nur zur Zierde angebracht sind und keine "tragende Rolle" einnehmen, sind sie auch nicht ausreichend fest mit dem Mauerwerk verbunden und daher - wie in unserem Falle - mit der Zeit absturzgefährdet. Jedoch nicht mit weniger Gefahren, schon allein aufgrund der Fallhöhe kann auch ein Stück Kreuzrippenbogen möglicherweise zu Verletzungen führen. Diese besondere Höhe als Betonung der Vertikalen ist übrigens ein weiteres Merkmal der Gotik. Es soll Besucher eines Gotteshauses an die Größe Gottes erinnern.

 

24Nov2018

Im Zug der Vorermittlungen für die Kirchenrenovierung "500 Jahre Mariä Himmelfahrt" wurden in der Christkönigswoche 2018 das Gewölbe unserer Stadtpfarrkirche untersucht. Hierbei wurde festgestellt, dass im Hauptschiff einzelne Teile des Kreuzrippennetzes, welches am Gewölbe angebracht ist, locker sitzt und die Gefahr besteht, dass dieses herunterbrechen könnte. Das Gewölbe selbst ist sicher. Zur Sicherheit aller Gotteshausbesucher wurde die Kirche daher unverzüglich gesperrt.

Um weiterhin in der Kirche Messen und Andachten feiern zu können, muss bis zum Beginn der Renovierungsarbeiten in den betroffenen Abschnitten ein Gerüst eingebracht werden. Wann dieses installiert werden kann, ist bislang unklar.